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DIE NATO MUSS DIEJENIGEN SEHEN, DIE SIE VERNICHTEN WILL


13.10.2013. / ree-Akademediasrbija
Konstantin Katschalin

Wenn du die Donau kontrollierst, so kontrollierst du Europa, pflegten die Türken zu Zeiten des Osmanischen Reiches zu sagen. Im Frühjahr 1999 hatte diese Weisheit sehr aktuell geklungen. In den ersten drei Tagen der Operation „Barmherziger Engel“ wurden alle drei Brücken in der Stadt Novi Sad vernichtet.

In Brüssel hatte man beschlossen, Serbien in eine Insel zu verwandeln und nicht nur die wichtigste Kornkammer, sonder auch die Erdölraffinerie von ihm abzuschneiden. Die Serben erinnern sich bis auf den heutigen Tag voller Schmerz an die schrecklichen 79 Tage und Nächte der Nato-Luftangriffe. Während meiner jüngsten Dienstreise in die Hauptstadt der Provinz Vojvodina traf ich mich mit denjenigen, die diese schrecklichen Tage des Jahres 1999 niemals vergessen werden. Frau Professor Dušanka Doban von der Universität Novi Sad sagte mir:

 - „Sie haben die Brücken meiner Jugend zerstört. Die Nato hatte versucht, Miloševic wegen seines Ungehorsams zu bestrafen, bestraft wurden aber das ganze serbische Volk und unsere Nachbarn, die bis auf den heutigen Tag Verluste hinnehmen müssen. Schade, dass niemand für diese Barbarei zur Verantwortung gezogen wurde.“

Im Frühjahr 1999 hat Serbiens Wirtschaft einen Schaden in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro erlitten. Der Westen hat dennoch keine Kredite für die Wiederherstellung gewährt. Man hat schlicht und einfach alte Schulden aus den Zeiten von Marschall Tito abgeschrieben. Also baute man die Brücken in Novi Sad im Großen und Ganzen aus eigener Kraft wieder auf. Bogdan Radulovic, ein Einwohner von Novi Sad, meint dazu:

 - „Diese Brücken brauchen nicht nur wir Serben, sondern alle Europäer. Hier, an der Donau, kreuzen sich der Norden und der Süden Europas. Ich denke, dass die Europäische Union und die Nato einfach verpflichtet sind, die alten Rechnungen zu begleichen. Haben doch sie und niemand sonst die Infrastruktur von Vojvodina vernichtet.“

Die Brücken haben die Serben wiederaufzubauen vermocht, wer wird aber das Flussbett reinigen, wo bis jetzt eine Unmenge von Minen und Luftbomben liegt? Sladzana Petrovic vertritt den Standpunkt, dass es diejenigen tun sollten, die „Tomahawk-Marschflugkörper“ auf ihre Häupter gestreut haben:

 - „Die Nato-Piloten hatten aus einem unerklärlichen Grund Vojvodina mit Kosovo verwechselt. Hier hat es niemals Albaner gegeben, hier haben schon immer Ungarn und Serben gelebt. In Brüssel hat man wahrscheinlich unsere Geschichte und im gleichen Atemzug auch unsere Geographie nur schlecht gekannt. Sie sagten, Novi Sad sei die Hauptstadt von Kosovo. Und daher seien sie hergeflogen, um die Albaner zu schützen. Was haben wir und unsere Donau aber damit zu tun? Was hat unser Fernsehzentrum damit zu tun?“

Heute bringt man Kinder aus ganz Serbien zu Exkursionen nach Novi Sad. Allem Anschein nach haben die einfachen Menschen keine Absicht, die jüngste Tragödie ihres Landes zu vergessen. Hat doch die Europäische Union eine solche „Demokratiestunde“ erteilt, die mehreren Generationen in Erinnerung bleiben wird.

Vesna Banyac ist bereits seit mehr als 20 Jahren als Erzieherin in einem Kindergarten von Belgrad tätig. Wie auch Tausende andere Einwohner der serbischen Metropole hat sie die Stadt um ihrer kleinen Zöglinge willen verteidigt. Sie erinnert sich:

              

-„Vor 14 Jahren wurden meinem Belgrad sehr schwere Wunden zugefügt. Als wir im Fernsehen sahen, dass Novi Sad ohne Brücken geblieben ist, gehörte ich zu vielen Tausenden von Einwohnern Belgrads, die beschlossen, die Belgrader Brücken mit den eigenen Körpern zu schützen. Waren es doch die letzten Fäden, die Serbien mit Europa verbanden. Wir konnten unsere Gegner nicht sehen, denn sie flogen zu hoch, doch jeden Tag bombardierten sie unser Land. Jede Minute erhielten wir eine Ohrfeige, jede Sekunde wurden wir erniedrigt. Die Serben haben keine Tradition, Kränkungen zu vergeben, wir haben uns immer zu verteidigen gewusst. Doch dieses Mal handelte es sich um einen besonderen Fall. Wir wussten, dass die Nato-Armada über uns hergefallen war. Die Menschen waren aber angesichts der modernsten und teuersten Technik, die im Himmel über Belgrad auftauchte, ohnmächtig. Daher haben ganz einfache Menschen beschlossen, dass der Aggressor diejenigen sehen soll, die er zu vernichten beabsichtigt. Spontan kam ich zur Gazella-Brücke und sah, dass sich dort bereits Hunderte Belgrader eingefunden hatten. Wir machten uns rasch miteinander bekannt, sangen, scherzten und hemmten dadurch unsere Angst. Fürchteten wir uns? Ich habe mich nicht gefürchtet, doch jeden Augenblick konnte jeder von uns umkommen. Es wusste ja niemand, welchen Auftrag der Nato-Pilot im Brüsseler Hauptquartier bekommen hatte. Doch nachdem wir  mehrere Wochen auf der Gazella-Brücke gestanden hatten und die ganze Welt das erfahren hatte, begriffen wir, dass der unsichtbare Gegner besiegt war. Wir haben es vermocht, unsere Stadt zu schützen, unsere Verbindung zur Welt zu erhalten und unsere Würde zu wahren. In den ersten Tagen hatte jeder von uns ein spezielles Abzeichen angeheftet gehabt: ‚Schieß auf mich, ich bin eine Zielscheibe der Nato!’. Wir alle hatten uns in eine große Nato-Zielscheibe verwandelt.“

Auf den Brücken verharrten verschiedene Menschen, junge und alte, Belgrader und Einwohner anderer Städte. Sie alle hofften auf die Vernunft, doch die USA hatten beschlossen, die Serben wegen ihres Ungehorsams zu bestrafen, dafür zu bestrafen, dass das Volk versucht hatte, die Integrität seines Landes zu erhalten. Und dafür haben die Leute fast drei Monate Hölle, Schrecken, Hunderte von Toten, zerstörte Industrie, vernichtete Brücken und verseuchtes Territorium hinnehmen müssen.

Aber das serbische Volk hat sich stärker als die Nato, stärker als der Aggressor erwiesen. Es ist nicht gelungen, es zu brechen, es hat allem standgehalten.

© Foto: Darko Dozet
/Russische Staatliche Rundfunkgesellschaft STIMME RUSSLANDS/


 


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