N.J.: Was gibt es Neues auf dem Gebiet der wirtschaftlichen und technologischen Kooperation zwischen Russland und dem Westen?

I.B.: Ich würde die russisch-italienische Zusammenarbeit bei der Herstellung von Hubschraubern hervorheben, die kontinuierlich ausgebaut wird. Zuerst haben der italienische Helikopterproduzent „Agusta Westland“ und die russische Tochtergesellschaft des Staatskonzerns „Rostechnologii“ ein Gemeinschaftsunternehmen „Helivert“ gegründet, das bereits im Ort Tomilino unweit von Moskau Helikopter vom Typ AW 139 produziert. Auch an einer moderneren Maschine wird gearbeitet und der Prototyp ist bereits fast fertig. Ab 2015 werden ebenfalls in Tomilino, wo rund ein hundert Mitarbeiter beschäftigt sind, jährlich mindestens 20 neue Helikopter gebaut, die in erster Linie in Russland, den anderen GUS-Staaten und auch in Ost- und Mitteleuropa auf den Markt kommen werden. Die Aussichten dieser Branche sind positiv. Laut Expertenprognosen wird der Hubschraubermarkt in den nächsten 10 Jahren um durchschnittlich 16 Milliarden Euro pro Jahr wachsen.

N.J.: Themenwechsel. In den deutschen Medien war diese Tage zu lesen und zu hören, dass die Zahl der Asyl-Antragsteller aus Tschetschenien in Deutschland drastisch angestiegen ist.

I.B.: Ja, in der Zeitung „Die Welt“ war vor einigen Tagen zu lesen, dass diese Tatsache den deutschen Sicherheitsbehörden große Kopfschmerzen bereitet. Allein in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres sind dreimal so viele Asylanträge von Tschetschenen eingegangen wie im gesamten Jahr 2011. In den deutschen Sicherheitskreisen schließt man nicht aus, dass möglicherweise Islamisten den Weg in die Bundesrepublik über einen Asylantrag nehmen wollen. Da der Krieg in Tschetschenien längst vorbei ist, würde ich auch die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge vermuten, die mit relativ großzügiger deutscher Sozial- und Kinderhilfe rechnen. Der Präsident des deutschen Amtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen teilte mit, dass die Tätigkeit der etwa 200 Anhänger des sogenannten Kaukasischen Emirats in Deutschland ständig beobachtet wird. Diese terroristische militante Untergrundorganisation kämpft für die Errichtung des islamischen Staates in Nordkaukausus in Russland.

N.J.: Weißt du, Igor, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihren zahlreichen Besuchen im In- und Ausland grundsätzlich von Hunden ferngehalten wird. Weil sie diese Haustiere nicht leidet und sogar vor ihnen Angst hat. Darüber hat das deutsche Magazin „Cicero“ geschrieben.

I.B.:. Ja, ich habe diese Publikation auch gelesen. Auch der deutsche Botschafter in Moskau Ulrich Brandenburg besteht bei der Vorbereitung der regelmäßigen Treffen von Angela Merkel mit Vladimir Putin auf Protokolvermerk, dass die Hunde des russischen Präsidenten absolut unerwünscht sind. Ein nicht angekündigtes Treffen mit Putins Hund Koni 2007 in der Residenz am Schwarzen Meer hat Frau Merkel reichlich genügt.

N.J.: Danke, Igor und bis zum nächsten Mal. Sie hörten die 30. Auflage des Europäischen Kaleidoskops, zusammengestellt von Igor Belov in Wien und moderiert von Nikolaj Jolkin in Moskau.

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