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KOSOVO : DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER


Stimme Russlands   / 06.02.2011.

Das Schweigen der Lämmer: Xavier Raufer über die Situation im Kosovo

Nach dem Bericht über den illegalen Handel mit menschlichen Organen, der von dem Schweizer Abgeordneten des Europarats Dick Marty verfaßt wurde, äußerte sich Xavier Raufer, Direktor der Forschungsabteilung für moderne kriminelle Gefahren an der Universität Paris II Panthéon-Assas, zur Situation im Kosovo. Mit ihm sprach unserere Korrespondentin Olga Denissowa. Raufer ist überzeugt, daß der Bericht von Dick Marty nichts neues entdeckt hat:

Das, wovon Dick Marty im Bericht gesprochen hat, war bereits bekannt. Darüber hinaus hat man gewußt, daß es sich bei der sog. Befreiungsarmee des Kosovo (Ushtria Çlirimtare e Kosovës – UÇK) in Wirklichkeit um eine gefälschte politische Partei bzw. eine gefälschte Partisanenbewegung handelt, d. h., sie wurde aus dem Nichts geschaffen. In Wirklichkeit wurden die meisten Einrichtungen dieser Bewegung von den Banditen gebildet, die lange Zeit in der Region aktiv waren, insbesondere Drogenhandel betrieben hatten. Aber das, was im Bericht von Dick Marty veröffentlicht wurde, hat für eine wahre Überraschung gesorgt. Insbesondere sind dank dem Bericht schauerliche Details des illegalen Organhandels ans Tageslicht gekommen. Die Hauptsache ist aber, daß Länder wie Deutschland und die USA, wie ich schätze, davon wissen mußten.

KORRESPONDENTIN: Kann man damit rechnen, daß die Ermittlungen einige Einzelheiten im Zusammenhang mit amerikanischen oder europäischen Beamten aufdecken werden, die von diesen Verbrechen gewußt haben?

SPRECHER: Ich glaube, das ist es eben, was diesen Beamten Angst macht. Von vornherein, seit den Jahren 1996-1997, wurden die Ermittlungen in dieser ganzen Sache, offen gestanden, unsachgemäß durchgeführt. Beispielsweise wurden angeblich Belege entdeckt, die von der Absicht Jugoslawiens zeugten, die Anrainerstaaten zu überfallen und dort Völkermord zu begehen. Jetzt wissen wir, daß alle diese Dokumente gefälscht waren. Die Menschen, die sie verfaßt haben – es geht um die Geheimdienste der USA und Deutschlands – konnten nicht umhin, Spuren zu hinterlassen. Es fragt sich allerdings, ob die Ermittlungsbeamten die Gelegenheit bzw. den Wunsch bekommen, die Identität dieser Menschen festzustellen.

KORRESPONDENTIN: Welche Rolle spielt aber der aktuelle Ministerpräsident des Kosovo in dieser Frage? Steckt denn Hashim Thaçi wirklich hinter den erwähnten Verbrechen? Ist er schuldig? Ist er nicht etwa ein gewöhnlicher Ausführender?

SPRECHER: Nicht ich behandle die Sache des Hrn. Thaçi, sagt Xavier Raufer. Aber ich weiß, daß sich alle Mafias auf die gleiche Weise verhalten. Hashim Thaçi ist zu jung für einen Anführer. Meines Erachtens wurde er wegen seinem Äußeren gewählt, deswegen, weil er gut spricht und die neue Generation repräsentiert. Aber ich glaube nicht, daß er in diesem System an der Spitze steht. Überall und immer steht einer mafiosen Organisation ein betagter Mann vor, der sehr vorsichtig und schlau ist und das Leben kennt. Ich glaube, Thaçi war in ein System einbezogen, das er jetzt aus gewissen Gründen nicht verlassen kann: wegen dem Cliquengeist, dem Gesetz des Schweigens. Allem Anschein nach ist er eher Ausführender als Häuptling.

KORRESPONDENTIN: Sie sind Autor von Monografien über mafiose Organisationen, darum sollten Sie wissen, wie die oberste führende Person zu ermitteln ist?

SPRECHER: Ein charakteristisches Merkmal der mafiosen Strukturen ist, daß in ihnen Personen im Schatten bleiben, antwortet Xavier Raufer. Es sind einige Familiennamen gefallen, aber ich kann Ihnen nicht sagen, wer zur Zeit die sog. albanische Mafia leitet. Das sind sicher mehrere Menschen. Zweifellos befinden sie sich nicht im Kosovo, sondern in dem Teil von Mazedonien, wo albanische Muslime leben, möglicherweise in Albanien selbst oder auch in anderen Ländern, etwa in Bulgarien oder in der Türkei. Bei der Mafia handelt es sich um ein System, das sich durch Überlebens- und Geheimhaltungsfähigkeit auszeichnet. Dazu muß man aber in der Masse aufgehen und unauffällig sein.

KORRESPONDENTIN: Was halten Sie von diesem Abgeordneten und von einer anderen, häufig erwähnten Figur, dem kosovarischen Parlamentsabgeordneten Xhavit Haliti?

(In den Berichten des NATO-Aufklärungsdienstes wurde Haliti als „die Kraft“ bezeichnet, „die hinter Hashim Thaçi steckt“; es heißt, er unterhalte enge Beziehungen zu der albanischen Mafia und zu dem kosovarischen Geheimdienst. Soll man dem Bericht Glauben schenken, hat Haliti Ende der 1990er Jahre den Fonds „grundsätzlich verwaltet“, aus dem der Krieg im Kosovo finanziert wurde, und Gelder aus diesem Fonds unterschlagen. – Anm. des Redakteurs)

SPRECHER: Er hat bereits 2000 von sich reden gemacht. Aus zuverlässigen Quellen weiß ich, daß Haliti mit der Delegation der Befreiungsarmee des Kosovo nach Rambouillet kam. Dabei erhielt die gastgebende Seite, d. h. die französische Regierung, eine Reihe von Warnungen bezüglich des Hrn. Haliti, nämlich, daß er zu bedeutenden Repräsentanten der albanischen Mafia gehörte. Als nämlich Hr. Haliti in der Schweiz gelebt hatte, wurde sein Haus gesprengt, wobei man weiß, daß die Häuser in der Schweiz nicht ohne weiteres in die Luft fliegen. Die Schweiz ist ein ausgesprochen ruhiges Land. Diese Explosion war eine Art Beweis dafür, daß Hr. Haliti kein einfacher Mensch war. Allerdings glaube ich nicht, daß er der Häuptling der ganzen Organisation ist. Kann sein, daß er einen Clan leitet – und es liegt an der Justiz, das zu beweisen. Wenn man ihn aber sogar verhaftet, wird das Problem der albanischen Mafia dadurch nicht gelöst.

KORRESPONDENTIN: Und die letzte Frage: Ist der unabhängige Kosovo ein mafioser Staat, in dem sich Drogenhändler und Verbrecher ausgezeichnet fühlen?

SPRECHER: Als die Unabhängigkeit des Kosovo ausgerufen wurde, antwortet Xavier Raufer, wurde alles offen gemacht. Keiner dachte an Vorsicht, das war eine Zeit der Siegeszuversicht, als die Mafiosi praktisch offen handelten. Es kam vor, daß einer, der noch gestern sehr arm war, über Nacht zum Besitzer eines ganzen Palastes mit einem Schwimmbecken inmitten des Wohnzimmers wurde – das haben mir Journalisten erzählt. Jetzt gibt es deutlich weniger ähnliche skandalöse Fälle, die natürlich einen kriminellen Hintergrund haben. Aber meines Erachtens nagt der Mafia-Wurm nach wie vor am Apfel, nur weniger auffällig. Man wird viel sorgfältigere Ermittlungen brauchen, um ihn aufzudecken.

Die EULEX, Mission der Europäischen Union im Kosovo, bestätigt das Vorhandensein des Problems. Natürlich wurde das auf eine oberflächliche Weise, ohne jegliche Details gesagt, aber Hauptsache, es wurde gesagt: Die dortige albanische Bevölkerung steht immer noch unter Druck der mafiosen Strukturen, die ihr das Gesetz des Schweigens aufzwingen.




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