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AUF DER MESSER SCHNEIDE



Viele Menschen sind verunsichert, weil sie tagtäglich hören, dass die Krise vorbei ist und in Deutschland ein starkes Wirtschaftswachstum einsetzt. Kann man deshalb wieder zur Tagesordnung übergehen? Nein, das wäre mehr als leichtsinnig, weil die Risiken keinesfalls gebannt sind.

Wir leben in der permanenten Gefahr, dass dieses fragile System jederzeit kollabiert und wir ins Ungewisse abstürzen.

Sie fragen sich, wie ich auf diese Behauptung komme? Ganz einfach, weil wir dies in den letzten beiden Jahren schon zwei Mal erlebt haben.

Oktober 2008: Erinnern Sie sich noch an die dramatischen Ereignisse nach der Pleite von Lehman Brothers im Oktober 2008? Der Zusammenbruch dieser Großbank erschütterte die weltweiten Finanzmärkte und gilt immer noch als der bisherige Höhepunkt der Finanzkrise.

Auch bei uns führte dies zu weit reichenden Verwerfungen. Das war der Anlass dafür, dass unsere Bundeskanzlerin zusammen mit dem damaligen Finanzminister Peer Steinbrück vor die Kameras trat und versicherte, die Sparguthaben der deutschen Sparer seien sicher.

Diese „Merkel-Garantie“ hatte keine rechtliche Grundlage, wie Herr Steinbrück nun in seinem Buch „Unterm Strich“ freimütig einräumt. Er schreibt dazu:

„Der Zweck des gemeinsamen Auftritts wurde erfüllt. Ein Run auf die Banken blieb aus, die Menschen räumten ihre Konten nicht ab.“

Das war das erste dramatische Geschehnis - im Mai dieses Jahres folgte das Zweite.

Die Finanzwelt stand erneut vor dem Kollaps. Im Zuge der Griechenlandkrise drohte das Währungssystem zusammenzubrechen.

Die Europäische Zentralbank veröffentlichte in ihrem Monatsbericht im Juni, dass ein Crash nur durch das beherzte Eingreifen und das Rettungspaket in Höhe von 750 Mrd. Euro verhindert wurde.

Ist Ihnen bewusst, dass diese beiden Ereignisse Ihr Leben um ein Haar völlig aus den Angeln gehoben hätten und Sie unvorbereitet in Not und Armut gestürzt wären?

Was ist seit 2008 passiert? Es wurden hunderte Milliarden Euro in Form von Rettungspaketen, Garantien und Konjunkturprogrammen ausgegeben. Allerdings konnte auf internationaler Ebene kein Konsens zur Korrektur der systemischen Fehler in unserem Geldwesen gefunden werden.

Nachdem das System mit all den Hilfsgeldern notdürftig zurechtgezimmert wurde, ging man wieder zur Tagesordnung über. Im Grunde wird versucht, die Probleme auszusitzen und offensichtlich hoffen die Politiker, dass ein kräftiger Aufschwung die Schuldenrückführung erledigen wird.

Dies wird und kann aber nicht geschehen, weil sich die Wirtschaft nicht wunschgemäß erholen wird. Im Gegenteil, sie wird stagnieren, weil die weltweite Verschuldung alle Wirtschaftspartner zum Sparen und zur Rückzahlung der Kredite zwingt.

Angesichts der Tatsache, dass die Kassen der Staaten weitestgehend leer sind, steht für die nächsten Einbrüche kein Geld für Rettungsmaßnahmen mehr zur Verfügung.

Die Feuerwehr steht dann ohne Wasser da. Es gibt unzählige schwelende Gefahrenherde wie Irland, Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Großbritannien, die USA usw.

Derzeit beginnt zudem mit dem aufziehenden Währungskrieg eine gefährliche Abwärtsspirale, bei der alle nur verlieren werden.

Viele haben keine Vorstellung, wie sich das Leben bei einem Crash verändert und wie unvorbereitet die Meisten dastehen.

Ich möchte Ihnen einen Lesetipp geben, der hier Licht ins Dunkel bringt: Der Survival-Roman „EMP“ von Eva Marbach von Marbach. Sie beschreibt hier anhand eines fiktiven Szenarios, was bei einem durch Sonnenstürme verursachten bundesweiten Stromausfall passieren könnte.

Das Buch ist interessant, weil sie individuelle Schicksale lebendig skizziert. Eine der Hauptpersonen ist eine allein erziehende Mutter in Berlin. Sie wird wie alle am Tag „X“ völlig überrascht und beginnt, sich einen Überblick über die vorhandenen Lebensmittel zu verschaffen. Es ist aber nicht sonderlich viel vorhanden.

Einige wenige Nahrungsmittel und etwas Gemüse im Kühlschrank, eine offene Nudelpackung, fünf Konservendosen, ein paar Flaschen Limonade und Wasser, Milch, Honig und einige Suppen in der Tüte. Sie schaut aus dem Fenster und sieht Plünderer und eingeschlagene Fensterschreiben. Das macht ihr Angst und sie traut sich nicht aus dem Haus.

Ihr Bruder, ein Student in München, wird ebenfalls völlig überrascht und hat nach einer Party mit seinen Freunden überhaupt keinerlei Lebensmittel mehr, weil seine Freunde ihm alles weggegessen haben. Mit dem Bargeld sieht es auch schlecht aus, weil er meist knapp bei Kasse ist.

Er trifft einen Kumpel, der einen Lkw-Fahrer aufgetan hat und ihnen anbietet, sie für den horrenden Preis von € 500,-- aus der Stadt zu bringen. Nun beginnt die verzweifelte Bemühung, diese Summe zusammen mit anderen aufzutreiben, wo doch die Geldautomaten nichts mehr ausspuken.

Interessant finde ich, dass hier das praktische Erleben aus verschiedenen Blickwinkeln beschrieben wird. Ein guter Kontrast sind die Eltern, die seit jeher eine Vorsorge getroffen haben und infolgedessen weitaus besser über die schwere Zeit kommen.

Diesbezüglich wurden sie von ihren eigenen Kindern immer belächelt, aber diese Voraussicht erweist sich jetzt als goldrichtig. – Ich finde, das ist ein aufschlussreiches Buch, weil es zeigt, wie es kommen kann und wie es einem dabei geht.

Ich rate Ihnen, die Vorsorge auf keinen Fall auf die leichte Schulter zu nehmen. In Wirklichkeit ist die Situation fragiler denn je und ein plötzlicher Schlag wirft uns alle enorm zurück.

Wohl dem, der dann umfangreiche Vorräte, eine durchdachte Ausrüstung und das entsprechende Bewusstsein hat.

Gerhard Spannbauer

19.10.2010



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